FFH-Gebiet Kaltenkirchener Heide

 

 

Was geschah bisher?

 

Der Bau- und Umweltausschuss Kaltenkirchen hatte das FFH-Gebiet (Fauna- und Flora-Habitat)  für Dienstag, den 23. Sept. 2014, 18.00h im Ratssaal erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Es sollte über eine Mitwirkung der Stadt Kaltenkirchen bei der Entscheidung über vorliegende Nutzungsanträge verhandelt/entschieden werden.

Das wurde vom Ausschuß abgelehnt.

 

Wie sich heraus stellte, ging es darum, dem Motorsportclub Kaltenkirchen das Befahren der "Kiesgrube" (ehemaliges Fahrschulgebiet der Bundeswehr) im Süden des FFH-Geländes mit Motocrossrädern zur Probe zeitlich begrenzt  (6 Monate) zu gestatten. Der MSC Kaki wollte im Gegenzug dafür sorgen, daß das "wilde Fahren" auf dem gesamten FFH-Gebiet unterbleibt.

 

Das kann unserer Meinung nach vom MSC Kaltenkirchen aufgrund der Größe des Gebiets nicht geleistet werden.

 

Der Vorstand des NABU Kisdorferwohldes betont nochmals sein starkes Interesse, daß die Situation der Kaltenkirchener Heide als FFH-Gebiet verbessert und nicht verschlechtert wird, wie es auch die FFH-Richtlinien bestimmen.

 

Zitat:  Managementplan für das FFH-Gebiet Kaltenkirchener Heide 26.08.2012:

"Die Ausführungen des Managementplans dienen u.a. dazu, die Grenzen der Gebietsnutzung (Ge- und Verbote), die durch das Verschlechterungsverbot (§ 33 Abs.1 BNatSchG, ggf. in Verbindung mit § 24 Abs. 1 LNatG) in Verbindung mit den gebietsspezifischen Erhaltungszielen rechtsverbindlich definiert sind, praxisorientiert und allgemein verständlich zu konkretisieren".

 

Der NABU wünscht sich z.B., daß Hinweisschilder auf das  FFH-Gebiet und Schilder "Durchfahrt verboten für Kfz aller Art" sowie "Hunde sind an der Leine zu führen" an allen Zugängen zum Gebiet aufgestellt werden, um zu erreichen, daß Motocross-Räder das Gebiet nicht mehr kreuz und quer befahren und Hundehalter ihre Hunde stets anleinen.

 

Weiterhin wünscht der NABU eine regelmäßige Überwachung durch die Polizei zu unterschiedlichen Zeiten, damit Rechtsverstöße geahndet werden können und sich allmählich ein gewisser Abschreckungserfolg einstellt.

 

Auf der Fläche des FFH-Gebietes wurden bei einem Monotoring in den Jahren 2007 - 2012 fast 30 Tier- und Pflanzenarten festgestellt, die auf der Roten Liste stehen bzw. bedroht sind. Weitere seltene und bedrohte Arten konnten vom NABU Kisdorfer Wohld festgestellt werden.

Das Gebiet entwickelt sich langsam zu einem wahren Naturparadies, das es gilt zu schützen.

 

Der NABU Kisdorfer Wohld war mit insgesamt 7 Mitgliedern auf der Sitzung vertreten. Einige der NABU-Mitglieder, die regelmäßig auf dem Gebiet unterwegs sind, bekamen die Möglichkeit als "Zuschauer" bzw. Bürger der Stadt über ihre Beobachtungen zu berichten. Auch konnten die Bedenken und Bitten des NABU Kisdorfer Wohld geäußert werden.

Herr Sensch von der Gemeinde Nützen wurde ebenfalls angehört.

 

Anmerkung: Das FFH-Gebiet Kaltenkirchener Heide gehört nur zu etwa 60% zum Hoheitsgebiet der Stadt Kaltenkirchen. Der nördliche Teil gehört zum Hoheitsgebiet der Gemeinde Nützen.

Daher müßte diese Gemeinde unserer Meinung nach bei allen Entscheidungen mit einbezogen werden.

Wiesen-Wachtelweizen mit Widderchen
Wiesen-Wachtelweizen mit Widderchen
Alter AKN-Bahnhof in Kaltenkirchen
Alter AKN-Bahnhof in Kaltenkirchen

Mauersegler im alten Bahnhof von Kaltenkirchen

 

Zu der am Dienstag, den 22.07.2014 um 18:00 Uhr im Ratssaal Kaltenkirchen stattfindenden Sitzung des Bau-und Umweltausschusses wurde vom Vorsitzenden, Herrn Rickert, eingeladen.

 

Der NABU Kisdorfer Wohld war vertreten durch Karl Ratjen (2. Vorsitzender der Ortsgruppe und Naturschutzbeauftragter der Stadt Kaltenkirchen), Dr. Danja Klüver und Holger Wilhelmy. Des weiteren nahm der Sachverständige für Mauersegler, Helmut Joachim, aus Kisdorf an der Sitzung teil.

 

Für den NABU Kisdorfer Wohld ging es um den Bebauungsplan Nr. 65 „Bahnhof“, 2. Änderung. In der Begründung unter Punkt 7 (Artenschutz) hieß es:

 

Darüber hinaus hat die untere Naturschutzbehörde im Rahmen des Aufstellungsverfahrens mitgeteilt, dass ihr keine zusätzlichen Hinweise auf geschützte Arten vorliegen. Die Verbotstatbestände i.S. des § 44 BNatSchG werden somit nicht erfüllt. Die Festsetzungen der 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 65 verstoßen nicht gegen das Artenschutzrecht.“

 

Nunmehr informierte Frau Dr. Klüver vom Nabu Kisdorfer Wohld den Ausschuss, dass die Anwesenheit von nistenden Mauerseglern im alten Bahnhofsgebäude festgestellt werden konnte. Diese Vögel seien laut § 44 BNatSchG gesetzlich ganzjährig streng geschützt. Es handele sich um gebäudebrütende Zugvögel, die zunehmend durch Gebäudesanierungsmaßnahmen gefährdet würden.

 

Herr Joachim erläuterte die Wichtigkeit des Erhalts dieser Brutkolonie und gab Beispiele für einfache, kostengünstige Änderungen bei der Sanierung des Gebäudes, durch die die Mauersegler-Quartiere erhalten bleiben würden.

 

Erfreulicher Weise hat das Plenum diesen Punkt sofort aufgegriffen und sich für die fachkundigen Informationen bedankt.

 

Der Schutz der Mauersegler wurde einstimmig vom Ausschuss beschlossen und in das Protokoll aufgenommen.